Was ist Dialog nach David Bohm?

Der Dialog ist keine Neuerfindung, sondern hat eine lange Tradition. So ist bekannt, dass sich auf verschiedenen Kontinenten Stämme zum Gespräch um ein Lagerfeuer versammelten, Rituale abhielten. Die Agora im alten Griechenland war Fest- und Versammlungsort, wo freie Aussprache und direkte Demokratie gelebt wurden. Diese alten Fähigkeiten des Dialogs haben wir in der Zwischenzeit verlernt. (Vgl. Hartkemeyer u. a. 2015, S. 35f.; Isaacs 2011, S. 33)

 

Die Wiederentdeckung und Weiterentwicklung zum auf die moderne Gesellschaft bezogenen Gruppendialog, von dem hier die Rede sein soll, wurde massgeblich durch David Bohm geprägt. Seine Arbeit wurde von verschiedenen Persönlichkeiten aufgenommen und weiterentwickelt. Der Grossteil der Autorinnen und Autoren (vgl. z. B. Isaacs 2011, S. 30; Senge 2011, S. 260; Hartkemeyer u. a. 2010, S. 266; Ellinor; Gerard 1998, S. 5 und S. 26), welche sich mit dem Dialog oder dessen Anwendung befassen, meinen die besondere Art des Dialogs, wie er von David Bohm beschrieben wurde (vgl. Bohm 2011, passim), und verweisen direkt auf ihn. Aus diesem Grund hat sich der Begriff „Bohmscher Dialog“ etabliert.

 

Im Folgenden werden vorab grundlegende Gedanken David Bohms zum Dialog aufgeführt. Anschliessend erfolgt die Darstellung wesentlicher Dialogelemente und schliesslich wird der Dialog in Organisationen beleuchtet.